Warum die meisten Selbstcoaching-Programme scheitern

tutor-407361_1280Ich war Ende zwanzig, als ich angefangen habe, mich mit Selbstcoaching-Programmen zu beschäftigen. Es war eine persönliche Ausnahmesituation, die den Anlass dafür gab: Ein herausfordernder Berufseinstieg kam mit der Geburt meines ersten Sohnes zusammen. Wie die meisten jungen Eltern wachte ich morgens recht müde auf und wollte dann tagsüber berufliche Höchstleistungen bringen. Ich ginge also auf die Suche nach Selbstcoaching- und Selbstmanagement-Programmen. Und der Markt dafür ist ja recht groß. Hier fand ich eine ganze Reihe von Hinweisen und Tipps, wie ich effektiver leben kann:

„Sag doch einfach öfters mal Nein!“;
„Plane deine Zeit ganz genau“;
„Überlege dir, welche Visionen du hast“;
„Halte dich von unproduktiven Menschen fern“

So oder so ähnlich klingen die Tipps, die ich in den einschlägigen Büchern und auf den entsprechenden Websites gefunden habe. Ich habe dann auch brav versucht, die Tipps umzusetzen. Doch auch wenn mir die Tipps richtig vorkamen, war es doch nicht so einfach, diese Tipps auch in die Praxis umzusetzen. Wieso sollte es mir nun auch leichter fallen „Nein“ zu sagen, nur weil ein selbsternannter Selbstcoaching-Experte mir diesen Tipp gegeben hat.

Um es kurz zu machen: Letztendlich war für mich das Resultat meiner anfänglichen Selbstcoaching-Versuche, dass zu allem Stress noch die Frustration dazu kam, dass ich es nicht geschafft hatte, mich so selbst zu coachen, dass ich entspannter und effektiver geworden wäre.

Und genau hier liegt auch das Problem der meisten Selbstcoaching-Programme: Es werden allgemeine Tipps gegeben, Methoden und Tools empfohlen – so als ob alle Menschen gleich ticken würden. Nur: Alle Menschen sind keine Maschinen, bei denen man auf einen Knopf drück und das erwartete Ergebnis kommt raus, sondern so komplex, dass auch die Empfehlungen zum Selbstcoaching diese Komplexität berücksichtigen müssen.

Ob allgemeine Selbstcoaching-Ratschläge helfen, ist für mich da eher zweifelhaft. Im Gegenteil: Meiner Erfahrung nach führen sie oft zur Frustration und dem Gefühl, es mal wieder nicht geschafft zu haben.

Ich will damit nicht sagen, dass die angebotenen Methoden falsch sind. Aber sie müssen eingebettet werden. Und das ist der Ansatz des Systemischen Selbstcoachings. Hier geht es darum, eigene Lösungen zu finden. Das ist zuerst etwas herausfordernder als einem Tipp und einem damit verbundenen Erfolgsversprechen zu glauben. Aber letztendlich ist es viel effektiver!

Wie das genau aussieht und vermutlich auch für dich funktionieren kann, werde ich in den kommenden Wochen versuchen in diesem Blog zu zeigen.

 

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